Der Gemeinderat von Naturns hat bei seiner letzten Sitzung die Abschlussrechnung 2025 mit voller Zustimmung gutgeheißen. Die Gemeindebilanz weist einen Überschuss von Euro 4.622.817.- auf, wovon Euro 2.036.910.- nun für Investitionen zur Verfügung stehen.
Bürgermeister Zeno Christanell und sein Team konnten dem Gemeinderat eine durchwegs positive Abschlussbilanz präsentieren. „Die Abschlussrechnung 2025 zeigt wieder, dass die Gemeinde solide unterwegs ist und die schwierige finanzielle Lage vergangener Jahre gut überwunden hat. Trotzdem muss weiterhin sparsam gearbeitet und mit den öffentlichen Mitteln bedachtsam umgegangen werden“, berichtete Christanell. Der Überschuss ergibt sich vor allem aus Mehreinnahmen bei den Gebühren und diversen Einsparungen. Ein Großteil stammt auch aus den gesetzlich vorgesehenen Fonds, die aber wiederum für diese zurückgestellt werden müssen. Die frei zur Verfügung stehenden Gelder können für geplante Vorhaben genutzt werden. Dabei stehen mehrere zukunftsträchtige Projekte auf dem Programm. So hat der Gemeinderat für die dritte Phase zur Sanierung und Erweiterung der Erlebnistherme die Mittel für die ersten technischen Spesen im Ausmaß von Euro 700.000.- eingeplant. Die Realisierung, welche in den kommenden drei Jahren erfolgen soll, wird insgesamt voraussichtlich knapp 7 Millionen Euro kosten. Weitere größere Positionen sind die Umsetzung des Zivilschutzprojektes Weintal, bei dem die Restfinanzierung Euro 871.310.- ausmacht, sowie der Neubau des Recyclinghofes (Teilbetrag Euro 350.000.-), die Sanierung der Infrastrukturen in der Mühlgasse (Euro 370.000.-), der Ankauf eines neuen Traktors mit Zubehör für den Gemeindebauhof (Euro 292.000.-) und die technischen Spesen für den Neubau der Eisanlage in der Sportzone (Euro 171.000.-). Daneben legt der Gemeinderat weiterhin Wert darauf, dass die öffentlichen Gebäude angemessen instandgehalten werden. Deshalb sind Euro 68.500.- für die neue Rufanlage im Seniorenwohnheim vorgesehen, Euro 30.000.- für den Austausch von Böden in der Mittelschule, Euro 35.000.- für Investitionen in der Erlebnistherme, Euro 45.000.- für die Sanierung der Fassade bei der Feuerwehrhalle Naturns und Euro 40.000.- bei jener des Rathauses. Ebenso wurden die Gelder für Anpassungen im Zuge der Umsiedlung von Kindergarten, Kindertagesstätte und Eltern Kind Zentrum von insgesamt Euro 50.000.-berücksichtigt. Mit der Aktivierung der entsprechenden Fonds hat der Gemeinderat mit der dritten und vierten Bilanzänderung Euro 3.701.721.- neu eingebaut.
Im Zuge der Diskussion gab Generalsekretärin Katja Götsch auch einen Überblick zu den Deckungsgraden bei den Gebühren. Ziel der Verwaltung ist es, im Sinne der gesetzlichen Vorgaben und auch entsprechend des Verursacherprinzips die Dienste zu 100% auszugleichen. Das ist in den vergangenen Jahren überwiegend gelungen. Im Jahr 2025 kam es zu einer Überdeckung im Bereich Abwasser. Die Mehreinnahmen daraus sollen anhand eines zusätzlichen Fonds für neue Investitionen von Euro 141.959.- „zurückgegeben werden“.
Als letzten Punkt der Tagesordnung berichtete Gemeindereferentin Astrid Pichler zur Bilanz 2025 der Erlebnistherme. „Die große Beliebtheit des Bades vor allem bei Familien wird durch die höheren Besucherzahlen und auch durch die Steigerung beim Umsatz von +18% im Vergleich zu 2023 belegt“, berichtete Pichler, die gleichzeitig auch Vize-Präsidentin der Inhouse-Gesellschaft ist. Aufgrund der höheren Personal- und Energiekosten weist die Erlebnistherme für 2025 trotzdem einen Abgang auf, welcher durch eine Kapitalaufstockung von Euro 124.000,00.- durch die Gemeinde ausgeglichen werden soll. Die Gemeinderäte stimmten mit großer Mehrheit (zwei Enthaltungen) zu. Die überparteiliche Haushaltskommission, bestehend aus Bürgermeister Zeno Christanell (SVP), Gemeinderat Julian Müller (SVP), Gemeinderätin Astrid Tappeiner Auer (Zukunft Naturns) und Gemeinderat Elmar Karl Müller (Süd-Tiroler Freiheit) merkte in ihrem Gutachten dazu an: „Es ist aber notwendig die Bilanz genau im Blick zu behalten und gezielte Maßnahmen zur Kostenreduzierung zu treffen. In diesem Kontext ist ein schnellstmöglicher Austausch der alten Gebäudetechnik und die geplante Erweiterung der Zusatzangebote zielführend, um laufende Kosten zu senken und zusätzliche Einnahmen zu generieren.“